Kurze historische Einführung

Die Geschichte des Armagnac und seiner „ Heilwirkung “
Der Armagnac ist der älteste Edelbrand Frankreichs, und schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist seine heilsame Wirkung bekannt.

Aus dem Werk von MaîtreVital Dufour : „ Nützliches Buch zur Erhaltung von Gesundheit und Wohlbefinden “ verfasst um 1310 aufgefunden in den Archiven des Vatikans. Der ehemalige Medizinstudent war Prior der Klöster Eauze und St. Mont.

„ Dieser Branntwein soll bei medizinischer und moderater Anwendung 40 verschiedene Heil- und Nutzanwendungen haben. An Heilwirkungen lässt sich vor allem anführen :

In Maßen genossen schärft er den Geist, weckt die Erinnerung an Vergangenes, macht den Menschen vor allem fröhlich, erhält die Jugend und verzögert das Altern.
Heiß oder als Grog genossen lindert er Kopfschmerzen, vor allem jene, die durch Erkältungen verursacht werden.
Länger im Mund behalten löst er die Zunge und nimmt die Schüchternheit…
Er gart Eier, konserviert gekochtes oder rohes Fleisch… extrahiert die heilenden Inhaltsstoffe aus Kräutern.
Er nimmt Rötung und Brennen der Augen, stoppt den Tränenfluss.
In Maßen genossen heilt er Hepatitis und Gicht.
Auf Wunden aufgetragen fördert er das Abheilen.
Durch häufiges Einreiben kann ein gelähmtes Glied wieder beweglich gemacht werden.
Er lindert Zahnschmerzen und beseitigt Mundgeruch.
Bei häufigem Gurgeln bringt er Rötungen im Hals zum Verschwinden.
Er nimmt Ohrenschmerzen und Taubheit, heilt Schankerfisteln…
In Maßen gelegentlich genossen löst er Blasen oder Nierensteine.
Ebenso bringt er bei maßvollem Genuss die Lepra zum Stillstand.
Auch für Schwangere ist er, von Zeit zu Zeit und in Maßen genossen, heilsam. “

In neuerer Zeit belegten wissenschaftliche Arbeiten an den Universitäten Vancouver in Kanada und Bordeaux in Frankreich eine Wirksamkeit gegen freie Radikale und eine Schutzfunktion von Armagnac gegen Gefäßablagerungen, einen der Auslöser für Herz- und Gefäßkrankheiten. Man nennt dies das „ French Paradox “ oder genauer das „ Gascognische Paradox “.

Vom 15. bis 17. Jahrhundert finden sich verstärkt Hinweise auf den Handel mit Armagnac : er ist auf zahlreichen Märkten in der Gascogne erhältlich.

 

Die Rolle der Holländer

L’Armagnac 

Im 17. Jahrhundert untersagen die Engländer den Transport jeglichen Weins außer Bordeauxweinen auf der Garonne. Um dieses Verbot zu umgehen, destillieren die Holländer die Weine zu Branntwein, der nicht dem Embargo unterliegt. Um Qualitätsschwankungen durch gute und schlechte Jahrgänge auszugleichen, wird der Armagnac in Eichenfässern gelagert. Nach mehreren Jahren entdeckt man wie beim Cognac die wundersame Wirkung des Eichenholzes, das den Geschmack abrundet, das Aroma entwickelt und eine schöne Bronzefärbung gibt.
Aus der Verbindung von Eiche und Gascogner Branntwein entsteht der Armagnac, der heute in allen großen Häusern auf der ganzen Welt geschätzt wird.

Le Cognac

Seine Geschichte beginnt im 16. Jahrhundert, über 200 Jahre nach dem Armagnac. In dieser Zeit luden holländische Schiffe die berühmten Charente-Weine. Sie fuhren flussaufwärts bis zur Stadt Cognac, die damals wohlbekannt war wegen ihres seit dem 11. Jahrhundert berühmten Salzlagers.
Die Weinberge produzierten Qualitätsweine, deren Menge aber bald die Absatzkapazitäten überstieg.
Überdies litten diese Weine mit niedrigem Alkoholgehalt beim mehrwöchigen Seetransport bis zur holländischen Küste.
Um Transportvolumen und Transportkosten zu reduzieren, beschlossen die Holländer deshalb, diese Weine in Branntweine umzuwandeln : „ Brandwijn “ – daher der Name Brandy. In Holland angekommen wurde der „ Brandwijn “ mit Wasser genossen, um so den ursprünglichen Wein „ wiederherzustellen “. Dann wurde eines Tages ein vergessenes Eichenfass entdeckt. Der „ Brandwin “ hatte darin mehrere Jahre gelagert. Die Flüssigkeit hatte sich im Kontakt mit dem Eichenholz in eine milde, wohlriechende Spirituose verwandelt. So wurde der Cognac geboren, der einige Jahrhundert später zum berühmtesten Edelbrand auf der ganzen Welt wurde.

 

Zerstörung durch Phylloxera

Im 19. Jahrhundert umfassen die Weingärten von Cognac 280 000 Hektar, bevor sie 1875 zu 80% von der Phylloxera zerstört werden. Nach dieser Katastrophe wurden neue Reben der widerstandsfähigeren Sorte Ugni Blanc gepflanzt.
Ebenso wurden beim Armagnac fast die gesamten Reben auf einer Fläche von über 10  000 Hektar von derselben Epidemie zerstört. Auch hier bestanden die Neupflanzungen hauptsächlich aus Ugni Blanc.

historisch : Cognac Armagnac
Der Missbrauch von Alkohol kann gesundheitsschädigend sein. Bitte genießen Sie in Maßen !